© GENKIDO / Stefan Pawlitke

Realistische Selbstverteidigung
für Frauen und Mädchen in Potsdam
Ein Lehrgang für Frauen und Mädchen, die Ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht anderen überlassen wollen.
Wie kann man einen Stift verwenden ?!
Potsdam
(08.-09.September 2017)

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Liest man die aktuellen Nachrichten, so stößt man immer wieder auf verschiedene Arten von Gewalttaten. Opfer sind zumeist schwächere und wehrlose Menschen. Auch die Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Die Zahlen des BKA1* und BMFSFJ2* sind erschreckend. Mobbing, Körperverletzung, Nötigung und Vergewaltigung... die Liste ist lang.

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Doch komplett machtlos ist niemand. Verantwortungsvolle Frauen und Mädchen lernen Selbstverteidigung. Frauen und Mädchen, die selbstbestimmt für ihre Rechte eintreten wollen, nehmen ihre Sicherheit in die eigenen Hände. Sie suchen sich Hilfe, unterstützen sich gegenseitig und können bei GENKIDO im fortlaufend wöchentlichen Unterricht Realistische Selbstverteidigung lernen.

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Sie wollen eine Selbstverteidigung erlernen, die individuell von jeden selbst umgesetzt werden kann. Denn nicht jeder ist auf gleiche Weise sportlich, mutig oder kräftig. Eine Realistsiche Selbstverteidigung ist von jedem effektiv, sicher und nachhaltig anwendbar und bedient sich leicht verständlicher Techniken und Tricks, die Selbstbwußtsein, Sicherheit und Souveränität geben. Genau dies kann man bei GENKIDO im Unterricht erlernen.

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Zusätzlich gab es am 08.-09. September 2017 einen Lehrgang in Realistischer Selbstverteidigung. An diesen zwei Tagen waren Frauen und Mädchen willkommen um Fragen zu stellen oder auch ihre ersten Schritte in dieser Thematik zu machen. Mit lompetenter langjähriger Erfahrung vermittelte und zeigte der Lehrgangsleiter Wege aus Gefahrensituationen auf, die keiner großen Prügelei bedürfen.

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Der Lehrgang begann mit ausgiebigen Gymnastik- und Aufwärmübungen.

Nach einigen Grundlagenübungen fanden sich die Teilnehmerinnen im ersten Theorieteil wieder. Es ging um den Aspekt der Prävention.

Der Lehrgangsleiter führte eine lockere Diskussion über diesen wichtigen Punkt und alle beteiligten sich mit ihren eigenen Ideen und Ansichten.

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So entstand ein Überblick zur Prävention in der Selbstverteidigung. Punkte wie die Vermeidung, der Gefahrenentzug, Auftreten und Wissen, als auch Ausrüstung und Intuition,... wurden näher beleuchtet. Die Teilnehmerinnen erhielten zu dem sachkundige Einlbicke in das Gesetz zur Notwehr - dem Notwehrparagraph.

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Im Folgenden übten sich die Teilnehmerinnen in verschiedenen cleveren Abwehrtechniken auf unterschiedliche Angriffe. Griffbefreiung und nachhaltige Abwehr, die Angreifer von weiteren Attacken abhalten, standen zunehmend im Fokus.

Die Gruppe setzte sich aus verschiedenen Teilnehmerinnen zusammen. Manche übten bereits Kampfsport andere gänzlich nicht. Alle kamen zum Zuge und konnten ihre eigenen individuellen Stärken entdecken und verfeinernen. Ebenso zeigten sich individuelle Schwächen, die es galt richtig einzuschätzen und mit ihnen auf rechte Weise umzugehen. Schnell war der Eifer geweckt sich gegenseitig zu unterstützen.

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Gezielte Schläge zum Kopf und ins Gesicht gehörten ebenso zum Lehrgangsinhalt sowie die Abwehr am Boden. Verschiedene Angriffe mussten am Boden abgewehrt werden. Ob Schlagabwehr oder die Abwehr und Vereitelung von Vergewaltigungen. Bei alledem ist nicht Kraft und Gewalt sondern der richtige Zeitpunkt und die korrekte Technik wichtig. Nur so konnten schnell Erfolge erzielt werden.
Alle Teilnehmerinnen waren geduldig und hatten schnell verstanden worauf es bei jeder Technik ankommt.

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Egal ob es um einzelne Techniken oder Technikserien ging und ebenso egal ob es um kleinste Details oder größere Zusammenhänge ging - alle waren nicht nur wissbegierig und stellen viele Fragen, sondern probierten sich eifrig aus und ließen in ihrer Anstrengung nicht nach. Es wurden einfache und dennoch effektive Techniken vermittelt. Die Teilnehmereinnen verstanden schnell, dass es nicht auf Kraft ankommt sondern auf Wissen und Handlungsbereitschaft.

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Ein weiterer Theorieteil schaffte etwas Entspannung. Gemeinsam wurden, wie auch am Vortag, die beiden Aspekte Deeskalation und Aktion erörtert. Viele Fragen und Ideen kamen beim letzteren Punkt. In der realistischen Selbstverteidigung geht es nicht allein um die Anwendung von Techniken, sondern ebenso um Gewaltprävention als auch Deeskalation. Beides kann bereits vor der tatsächlichen Auseinandersetzung stattfinden.

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Die eigentliche Aktion, das Kämpfen, stellt nur einen kleinen Teil dar. Selbst hierbei gibt es viel zu beachten, da wir in einem Rechtsstaat leben. Aus diesem Grunde wurde verdeutlicht was tatsächlich im Gesetz zum Thema Notwehr steht; was nach einer Auseinandersetzung zu tun ist und wie man handeln kann; was mitunter auf die Beteiligten zukommen kann; der Umgang mit Zeugen und mit dem Notruf - diese und andere Dinge, die nicht minder wichtig sind, sind Bestandteile einer realistischen Selbstverteidigung, an welche nur die wenigsten tatsächlich denken.

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In einem weiteren Praxisteil wurde die Verwendung von Alltagsgegenständen vermittelt. Schwerpunkt war zunächst die Fragen was es dabei zu beachten gibt und worin jeweils die Details und der Tricks zur erfolgreichen Verwendung liegen?
Spezieller Fokus wurde auf die Handhabung von Stiften gelegt. Erklärung der Verwendung eines solchen alltäglichen Gegenstandes weckte Interesse und animierte zum Eintauchen in die Materie. Demonstriert wurde die Stabilität von Stiften als auch Schmerzpunkte, die als Angriffspunkte zur effektiven und nachhaltigen Verteidigung dienen können.

Nach Erläuterungen zur Historie und Terminologie des Kubotan, lernten die Teilnehmerinnen unter sachkundiger Anleitung mit einem sogenannten Tactical Pen ihre ersten Techniken. Schnell war zu sehen, dass nicht nur Hieb- und Stichtechniken möglich sind sondern auch Drucktechniken sehr erfolgreich angewendet werden könnnen. Für Staunen sorgte die große Effektivität dieses Gegenstandes.

Nach einer kleinen Pause konnten die Teilnehmerinnen einen kleinen Test absolvieren. In diesen mussten sie das Erlernte unter Beweis stellen. In den Theoriefragen mussten unter anderem Fragen zum Notwehrparagraph und zu erlaubten und unerlaubten Techniken beantwortet werden.
Da alle Teilnehmerinnen in diesem zweitägigen Lehrgang aufmerksam und wissbegierig waren, waren sie in diesem Test erfolgreich.

Teilnehmer-Feedback

Mir hat der Lehrgang insgesamt sehr gut gefallen.
Der prägnanteste Punkt war für mich die Reaktion auf den Würgegriff.
Trotz meiner temporären Handicaps konnte ich den Unterrichtsstoff und die Übungen gut aufnehmen und umsetzen.

Der Lehrgangsleiter hat den Unterricht sehr kurzweilig und locker durchgeführt, die Gruppe war insgesamt eifrig dabei und hat Spaß gehabt.
Ich war überrascht, wie schnell die Zeit vergangen ist.

Insgesamt werde ich den Lehrgang mit Theorie und Praxis gern in Erinnerung behalten. Ich bin ein großes Stück weitergekommen.

Vielen, herzlichen Dank !                                                           Marlies Werner


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Lehrgangsleiter war Stefan Pawlitke. Mehrfacher Schwarzgurtträger und langjähriger Lehrer und Spezialist für Realistische Selbstverteidigung und angewandte Kampfkünste.

Er leitet verschiedene Lehrgäng im Inn- und Ausland und nimmt regelmäßig an Weiterbildungen teil.

Seine Schülerschafft besteht sowohl aus Kindern, Heranwachsenen, Jugendlichen und Erwachsenen. In diesem Lehrgang gab er er sein Wissen aus über 31 Jahren Praxis weiter.


1*   BKA = direkter Link zum Bundeskriminalamt;
     Polizieliche Kriminalstatistik (PKS)  2016
2*  BMFSFJ = direkter Link zum Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
     Jugend; Hintergrundmeldung (11.01.2017) Häusliche Gewalt
*   Zum Schutz der Nachahmer als auch der Teilnehmerinnen werden bestimmte
     Aspekte und Techniken in diesem Bericht bewusst nicht erläutert.

 

                 GENKIDO

                                             Kampfkunst und Tradition mit Respekt und Hingabe