© GENKIDO / Stefan Pawlitke

Großer Naginatalehrgang in Russland
Sankt Petersburg
(11.-14. August 2016)

Seminar, Engi, Koryû und Teezeremonie

Generalkonsul und Vizekonsul zu Gast

3. Platz für Potsdam

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Bereits mehrfach fand im sommerlichen Sankt Petersburg ein Naginatalehrgang statt. Wie in den Vorjahren, so auch diesmal, leitete Sumi Kaoru sensei das Event.

Nunmehr kam Sumi sensei mit ihren Schülerinnen direkt aus Japan. Ihre Gruppe bestand aus ihrer Assistentin Tanaka Rie (4.dan) sowie fünf ihrer Schülerinnen der Nakamura Gakuen Girls High School aus Fukuoka. Taniguchi Kanako (3. dan), Kume Anna (1. dan), Tsujita Rina (1. dan), Yokoyama Minori (1. dan) und Nakamichi Minami (1. kyû).

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Sie alle kamen im Rahmen eines Jugendaustauschprogramms zwischen Japan und Russland den langen Weg bis nach Sankt Petersburg. Dort trafen sie auf internationale Naginatafreunde. Die Teilnehmer dieses Events vom 11. bis 14. August 2016 kamen aus den USA, aus Deutschland, Belgien, Finnland und natürlich Russland. Die russischen Teilnehmer aus Sankt Petersburg wurden von einem weiteren Landsmann aus der nördlichsten Großstadt Europas verstärkt. Dieser kam aus dem sibirischen Norilsk und war nicht das erste Mal bei einem Naginatalehrgang in Sankt Petersburg dabei.

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Das gesamte Event hielt zahlreiche kleinere und größere Höhepunkten bereit. So gab es eine Stadtrundfahrt, die unter anderem in die berühmte und imposante Palastanlage Peterhofs führte.

Dieses erlebbare Juwel russischer Geschichte, am finnischen Meerbusen gelegen, zeigte sich bei dem sonnigen Wetter von seiner allerbesten Seite. Die weitläufigen Parks, zahlreichen Wasserspiele und Gebäude luden immer wieder ein zu verweilen und zu entspannen. Es gab viel zu sehen und zu bestaunen. So auch die im Park anzutreffenden freilebenden Tiere.

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Der Weg führte auch zum japanischen Generalkonsul Herrn Fukusima und dem Vizekonsul Herrn Nakamura.

Beide besuchten wenige Tage später den Lehrgang.
Für den sportlichen Teil des Events war natürlich viel Studium geplant und zusätzlich, beinahe schon Tradition, das gemeinsame Sushi machen in der Mittagspause.

Zwei Highlights standen zusätzlich auf dem Plan:
Einmal ein engi-kyôgi, das Kataturnier, und sadô, die japanische Teezeremonie. Die Konsuln wurden hierzu eingeladen beidem beizuwohnen.

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Der erste Lehrgangstag begann mit dem Reinigen der Trainingsfläche. Jeder Teilnehmer griff sich Besen, Wischer oder Feger. Nach der zeremoniellen Eröffnung des Lehrgangs, wurden alle Teilnehmer zu Kihon angeleitet.
Kihon, die Basisübungen und -techniken, bilden das Fundament des gesamten Repertoires in der Naginatakampfkunst. 

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Nach dem gemeinsamen Kihon, erläuterte Sumi sensei sehr wichtige Details in der Ausführung der Grundlagen. Durch eben diese kleinen Korrekturen veränderte sich sogleich die Technik zum besseren. Somit spornte Sumi sensei nicht nur die Anfänger des Lehrgangs sonder auch die bereits Erfahreneren zu mehr Fleiß und Achtsamkeit an.

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Der Leistungspegel stieg merklich als die Partnerübungen auf dem Plan standen. Angriffstechniken und Kontertechniken, bekannte und bis dato unbekannte, wurden gezeigt, erläutert und studiert. Immer wieder wies Sumi sensei auf die Essenz der Kampfkunst hin und betonte den individuellen Einsatz eines jeden Teilnehmers.

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In einer Pause beteiligten sich alle an der Fertigstellung der Mittagsverpflegung. Es stand alles bereit, was für ein reichhaltiges Mittagessen einer Sportgruppe von Nöten ist. Wie auch im Vorjahr, rollten die Anwesenden Sushirolle um Sushirolle. Sumi sensei überraschte mit der Zubereitung eines Sushikuchens. Dieser sah sehr schmackhaft aus. Das war auch der Grund weshalb er nicht lange existierte. Mit Saft und Tee wurden die gefertigten Kreationen genossen und jeder konnte seine Reserven bei einem entspannten Mittagsgespräch stärken. Die anschließende Ruhepause entspannte auch den Geist.

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Diese Gelegenheit war sehr willkommen, da im zweiten Teil die Halle zu beben begann.

Rüstungstraining stand auf dem Plan. Nach einem bôgu-warm-up putschten sich die Teilnehmer gegenseitig zur Bestleistung. Das bereits Erlernte wurde so verfeinert und im Detail komplettiert.

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Neue Techniken für die Fortgeschrittenen wurden von Sumi sensei auf anschauliche Weise gezeigt und erläutert. Hier merkte man wiederholt weshalb Sumi sensei den Titel eines hanshi trägt. Kleine sinnvolle Tricks halfen bei der Umsetzung und dem Aneignen dieser neuen Kenntnisse. Ihre direkte und herzliche Art bereichert nicht nur wieder und wieder die Technik des Naginata sondern auch das Herz der Schüler.

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Nach einem anstrengenden und sehr wertvollen ersten Trainingstag ging es in ein Restaurant. Beim gemeinsamen Abendessen lernten die Teilnehmer sich näher kennen. Gegenseitige Sprachkenntnisse wurde auf amüsante Weise ausgetauscht und so mancher Scherz erhellte den Abend. Die eine oder andere Speise sorgte für staunen und Gaumenfreude.

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Der zweiten Tag des Lehrgangs begann wie der erste. Zunächst beteiligten sich alle am säubern der Halle und an den Vorbereitungen des bevorstehenden Tages. Es stand ein Turnier auf dem Plan, eine Teezeremonie und es wurden Gäste erwartet. Zunächst aber startet das Taisô, die Gymnastik, gefolgt vom Kihon, Partnerübungen und shikake-ôji und koryû-kata.

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In der Mittagspause gab es russisches Gebäck und Getränke und eifrig wurden die Vorkehrungen für die japanische Teezeremonie vorbereitet. Sadô – die japanische Teezeremonie - ist eine von Etikette und Ritual durchdrungene Möglichkeit der Einkehr. Einfachheit und Natürlichkeit sind von großer Bedeutung um das Prinzip des Wabi-Sabi auch in der Teezeremonie zu erfahren.

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Zunächst bekamen alle Teilnehmer von der japanischen Delegation eine Schale mit Matcha gereicht. Zubereitet nach Form der Teezeremonie, so wie sie im Rahmen des Events möglich war. Einigen Teilnehmern war der Ablauf durchaus bekannt, andere Teilnehmer ließen sich gerne in die Handlungen, Etikette Rolle eines Teegastes einweisen.

Nachdem alle den Geschmack der japanischen Süßigkeit und des grünen Tees genossen hatten, durften sich die Teilnehmer am Schlagen des Tees ausprobieren.
Der korrekte Ablauf, die korrekte Haltung der Hand und die Körperposition stellten für einige Teilnehmer eine interessante Herausforderung da.

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Während sich die Teegäste an dieser Praktik erfreuten, trafen der Generalkonsul Herr Fukusima und der Vizekonsul Herr Nakamura ein. Beide erhielten ebenfalls eine Schale Tee und waren selbstverständlich im Ablauf des Sadô involviert.
Nach dem die Teeutensilien gereinigt und verstaut waren stellten sich die Teilnehmer einzeln den Konsuln in einem kurzen Gespräch vor. So auch die Teilnehmer und Dojoleiter aus den USA, aus Deutschland... Es wurden Grußworte ausgetauscht und Fragen der Konsuln beantwortet. Dann wurde es in der Trainingshalle noch einmal laut und spannend.

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Das 2. White Nights Engi Tournament 2016 begann. Die Teams bestanden je aus einem japanischen und einem russischen Teampartner. Auch der deutsche Teilnehmer nahm am Turnier teil und bildete zusammen mit Minori Yokoyama ein Team. Nach einer kurzen Übungsphase begann das Turnier. Die sehr unterschiedlichen Teams lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit knappen Entscheidungen. Interessante Rundenbegegnungen erhöhten die Spannung des Turniers. Die Konsuln beobachteten interessiert das Geschehen und überreichten anschließend bei der Siegerehrung die Medaillen an die Erfolgreichen.

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2. White Nights Engi Tournament 2016

1. Platz

2. Platz

3. Platz

Igor Sharov (RU) und Rina Tsujita (JP)

Daria Litunenko (RU) und Anna Kume (JP)

Stefan Pawlitke (DE) und Minori Yokoyama (JP)
Inga Pawlitke (RU) und Minami Nagamichi (JP)

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Im Anschluss gab es noch eine Shiaidemonstration für die Gäste des Japanischen Konsulats.
Die Kämpfer zeigten sich von ihrer besten Seite und beeindruckten die Konsuln. Anschließend wurden verschiedene Geschenke ausgetauscht. Die russische Delegation überreichte ihren japanischen Gästen ein wunderschönes Set an russischen Souvenirs. Die japanische Delegation der Nakamura Gakuen Girls High School aus Fukuoka schenkte dem Sankt Petersburger Dôjô fünf shiai-jô-naginata und fünf kata-naginata. Dieses wertvolle und herzliche Geschenk spornt nicht nur an sondern ermöglicht auch das Wachstum der Gruppe. Ein sehr herzlicher Dank ging an die japanische Delegation.

Anschließend wurden verschiedene Gruppen- und Erinnerungsfotos gemacht.

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Das gesamte Event, welches sich über mehre Tage und Höhepunkte erstreckte, ist als ein Erfolg für die russische Gruppe zu werten. Nicht allein der Zuwendung seitens der japanischen Delegation, sondern ebenso, da das hohe Niveau der Schülerinnen von Sumi-sensei allen Teilnehmer zeigte, was mit Fleiß und Hingabe an die Naginatakampfkunst zu erreichen möglich ist.

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Auch weil wiederholt Teilnehmer von weit entfernt und aus dem Ausland kamen um zusammen zu lernen. Die Verbundenheit des deutschen Dôjô mit dem russsichen Dôjô wird immer wieder aufs Neue vertieft. Ideen für die Zukunft werden ausgetauscht und es ist gewiss – die russische Naginatagruppe ist auf einem guten Weg. Es gibt noch sehr viel zu tun und es wird getan werden, denn Entwicklung entsteht aus Fleiß und Gemeinsamkeit. Beides ist in der Sankt Petersburger Gruppe zu finden. Die russische Gruppe hat einmal mehr gezeigt, das ihr Ehrgeiz Früchte trägt.

Glückwunsch!

Großen Dank gebührt auch Sumi sensei für ihre unermüdliche Unterstützung und persönlichen Einsatz auch nach dem Unterricht, wo sie für Einzelgespräche immer wieder ihre Zeit aufbrachte. どうもありがとう
Und kurze Zeit nach Eventende gab es auch einen Bericht in der japanischen Zeitung Fukuokas (
西日本新聞) über den Besuch der Nakamura Gakuen Girls High School Gruppe in Sankt Petersburg und über den erfolgten Lehrgang.

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Fotos der verschiedenen Highlights

Gemeinsamer Lehrgang

Sushi-Time

 

Sadô - Japanische Teezeremonie

Engi-Kyôgi

Peterhof

People, Martial Artists, Friends

 

                 GENKIDO

                                             Kampfkunst und Tradition mit Respekt und Hingabe