Ninkyo Dantai
das etwas andere Kampfkunst-Event
(13.  August 2013)

© Stefan Pawlitke

Am 13.08.2013 fand das 26. Ninkyo Dantai Turnier statt. Da Kobayashi sensei sich aufgrund seines hohen Alters zurückzieht, war dieses Turnier vorerst das letzte.

Deshalb kamen mehr Kämpfer/-innen (43 an der Zahl) und Helfer als sonst zusammen. Die Eröffnung dieses Turniers begann um Punkt 23:00 Uhr und war im folgenden geprägt von hitzigen und spannenden Kämpfen, die teilweise sehr heftig wurden. Mit dem Abdanken von Kobayashi sensei im Bewusstsein, waren alle Kämpfer/-innen gewillt ihr Bestes zu zeigen. Die Erfahrenen unter ihnen wurden hierbei besonders gefordert. Nach circa fünfeinhalb Stunden war das Turnier beendet. Verbissene Kämpfe, die teilweise sehr knapp waren sowie mit einigen Verletzungen einhergingen, brachten alle Kontrahenten wieder an ihre Grenzen. Am Schluss gab es für alle Teilnehmenden eine Überraschung.

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Während in der Turnierhalle noch letzte Erinnerungs- und Freundschaftsfotos gemacht wurden, bereiteten die Angehörigen von Kobayashi sensei und einige involvierte Verwandte der Kämpfer/-innen ein „japanisches Buffet“. Alle stärkten sich zu später Stunde mit frisch zubereiteten Speisen und saßen noch bei Sonnenaufgang zu Teegesprächen zusammen. Auch gaben die Organisatoren bekannt, dass mittels der Teilnehmerstartgelder und zuzüglich der Spenden knappe 5600,- € gesammelt werden konnten. Diese gehen als Hilfe nach Ichinoseki um dortige Waisenkinder zu unterstützen.

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Seit mehr als 20 Jahren wurde das Ninkyo Dantai Turnier veranstaltet und war somit zum festen, jährlich wiederkehrenden Ereignis geworden. Einst entstanden um Austausch und Entwicklung unter den verschiedenen Kampfkünsten zu fördern, entwickelte es sich schnell zu viel mehr und kam allen zu Gute.

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Im Mittelpunkt der Ninkyo Dantai Turniere stand nicht das Ermitteln eines Siegers, eines besseren Kämpfers. Diese Turniere waren keine Kampfsportturniere und es gab keinerlei Auszeichnungen. Im Fordergrund für die Kämpfer/-innen stand die Herausforderung mit den Situationen umzugehen und an ihnen zu wachsen. Sowohl im technischen Können als auch im Charakterlichem. In den Kämpfen, die als jiyu kumite stattfanden, trafen jedes Jahr sehr verschiedene Teilnehmende aus verschiedenen Kampfkünsten auf einander. Jeder war eigen und speziell. Somit entstanden immer wieder neue Konstellationen der Kämpfe. Insbesondere bei jener jiyu kumite Variante, die auch mehrere Angreifer vorsah.

Über die Jahre entwickelten sich die Nikyo Dantai Turniere schnell zum Schmelztiegel für soziale und gesellschaftliche Belange. Da den Kämpfern/-innen die Reifung des Charakters im Fordergrund stand wurde der Wunsch nach Gemeinnützigkeit größer. Startgelder für die Kämpfer wurden eingeführt. Mit diesen Geldern, zuzüglich der Spenden einiger Gönner, konnten Hohe Summen gesammelt werden die komplett Hilfsbedürftigen zu Gute kamen.

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So konnten 2011, laut Organisatoren des Turniers, knappe 18.000 € gesammelt werden. Diese gingen komplett nach Japan zum Wiederaufbau der Schulen der Tôhoku Region. Die Tôhoku Region wurde am 11.März 2011 zunächst von einem schweren Seebeben (Stärke 9) erschüttert und anschließend von einem dadurch ausgelösten Tsunami (regional bis 38 Meter hohe Wellen) getroffen. Der Tsunami führte zur Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi und schweren Problemen in anderen Kernkraftwerken an der Ostküste Japans.

 

                 GENKIDO

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