© GENKIDO / Stefan Pawlitke
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6. Naginata Weltmeisterschaft
u.a. mit deutscher Teilname aus Potsdam

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Montreal / Kanada
(14.-24. Juni 2015)
Seminar, Meisterschaft, Turnier, Taikai, Prüfung

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Im April 2012 wurde in Potsdam die „Erste Naginata Gruppe Land Brandenburg“ ins Leben gerufen. Gute drei Jahre später flog einer der Potsdamer Naginataka zur
6. Naginata Weltmeisterschaft.

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Diese Weltmeisterschaft beinhaltete viele verschiedene Trainingseinheiten, Wettkampfdisziplinen, Prüfungen und Events.
Am Ende sollte durch durchweg positive Resonanz zeigen, dass sich der Planungsaufwand der Teilnahme alle mal für die Potsdamer Gruppe gelohnt hatte.

Dieses größte und wichtigste Ereignis, die 6. Naginata Weltmeisterschaft, fand in Montreal/Kanada statt und wurde an der dortigen McGill University (gegründet 1821) ausgetragen. Bereits am 17. Juni reisten die ersten Delegierten an. Es galt vor der Weltmeisterschaft viele Sondierungs- und Planungsgespräche durchzuführen. Bereits einen Tag später folgten die ersten Teilnehmer. Am gleichen Abend gab es eine „Welcome Party“, auf der verschiedene Reden gehalten wurden. Am 19. Juni schließlich gab es ein erstes Training der Wettkämpfer, Waffenkontrolle und Sightseeing in Montreal. Zu diesem Zeitpunkt fand dort das Straßen-Festival À LA PROCHAINE statt.

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Am 20. Juni schließlich stand der gesamte Tag im Fokus der 6. Naginata Weltmeisterschaft.Nach der Registrierung aller Teilnehmer begann das Ereignis mit dem Einmarsch der teilnehmenden Nationen. Eine jede trug die Nationalfahne in Richtung Shômen. Insgesamt 14 Nationen waren gelistet. Allesamt Mitglied in der INF (International Naginata Föderation).

Nation und Teilnehmerzahl:
USA (30); Kanada (19); Frankreich (14); Japan (12); Belgien (10); Schweden (8); Australien (7); Brasilien (5); Neuseeland (5); Niederlande (4); Deutschland (4); Italien (3); Tschechische Republik (2); Taiwan (2)
Zahlreiche Helfer, Unterstützer und Besucher waren vor Ort. So waren insgesamt über 200 Leute bei dieser Veranstaltung dabei.

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Nach dem alle Teilnehmer und Offiziellen ihre Positionen eingenommen hatten, folgte die Rückgabe der Weltmeisterschaftstrophäe durch Japan an die INF. Japan gewann bei der letzen Weltmeisterschaft (03. Juli 2011, Himeji/Japan) in allen 5 Disziplinen jeweils den 1. Platz.

Nach Rückgabe folgten Reden verschiedener Offizieller u.a. von Mrs. Hashimoto (INF Präsidentin); Mr. Jamie Nicholls (M.P.).; Ms. Yasuko Kimura (kyoshi) (Vorsitzende Kampfrichterin).

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Im Anschluss gab es verschiedene Vorführungen in Rhythm-Naginata der Teams aus Belgien, den USA und Schweden. Hierbei werden Naginatatechniken im Rhythmus von Musik, in Koordination mit den Partnern und in Harmonie mit der Gruppe gezeigt. Eine schwierige aber interessante Herausforderung.
Nach dem dieser offizielle Teil absolviert war, bereiteten sich die vielen Naginataka auf die verschiedenen Wettkämpfe vor.

Es galt 5 Disziplinen zu bestreiten:

Engi-kyogi (Zweier-Teams kämpfen im Kata-Wettstreit zeitgleich gegeneinander)
Shiai-kyogi Einzel Frauen
(Zwei Frauen kämpfen in Rüstung gegeneinander)
Shiai-kyogi Einzel Männer (Zwei Männer kämpfen in Rüstung gegeneinander)
Shiai-kyogi Team Frauen (Zwei 3er-Frauen Teams kämpfen in Rüstung gegeneinander)
Shiai-kyogi Team Männer (Zwei 3er Frauen Teams kämpfen in Rüstung gegeneinander)

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Zuerst traten die nationalen Teams in Engi-kyogi an. Dieser Kata-Wettkampf hat eine strikte Etikette, die es von allen Teilnehmer zu beherrschen gilt. Es wurden drei Kata in Folge gezeigt. Das jeweils bessere Team konnte insgesamt fünf Punkte oder weniger pro Vorführung erkämpfen. Deutschland stellte ein Engi-Team zum Wettkampf.

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Nach dem Engi-kyogi starteten die Rüstungskämpfe. Zunächst die Einzelkämpfe der Frauen. Hier musten die Kämpferinnen jeweils gegen eine andere Kämpferin antreten. Anschließend kämpften die Männer im Rüstungskampf einzeln gegeneinander. Deutschland stellte drei Einzelkämpfer.

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In den darauf folgenden Team-Kämpfen traten die Kämpfer eines Nationalteams im Rüstungskampf nacheinander gegen ein jeweils anderes Nationalteam an. Jeder Kämpfer konnte maximal zwei Punkte erreichen. So war es möglich maximal sechs Punkte pro Teambegegnung zu erkämpfen.

Zuerst fanden die Team-Kämpfe der Frauen statt. Anschließend kamen die der Männer, wo Deutschland ein Männer-Team mit 3 Kämpfern stellte.

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Im Anschluss gab es einen Teamkampf in isshu-shiai. Ein Rüstungkampf zwischen zwei Teams. Eines bestehend aus fünf Kendôka und das andere aus fünf Naginataka. Die fünf kanadischen Kendokämpfer traten gegen fünf Naginatakämpfer an. Die Naginatakämpfer kamen je aus Kanada, Neuseeland, Belgien und zwei aus Japan. Jedes Team bestand aus zwei Frauen und drei Männern. Das Naginata-Team gewann die harten und gut gekämpften Auseinandersetzungen.

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Am Ende dieses Tages fand die Abschlusszeremonie statt. Bekanntgabe der Ergebnisse, Siegerehrungen und Reden beendeten den Tag der 6. Naginata Weltmeisterschaft 2015. Es fanden viele Begegnungen zwischen internationalen Teilnehmern statt. Am Rande der Veranstaltung wurden alte und neue Freunde begrüßt und gefunden. Auf der Turnierfläche gab es dann hitzige und harte Kämpfe. Teilweise auch sehr langwierige. Manche Kämpfer und Teams mussten sich schnell geschlagen geben – so leider auch diesmal das deutsche Naginata-Team.

Diese Naginata-Weltmeisterschaft wurde, wie auch vier Jahre zuvor, von den japanischen Kämpfern dominiert. Sie errangen in allen Disziplinen den jeweils ersten Platz.

An dieser Stelle ein Glückwunsch an alle Platzierten und übrigen Teilnehmer.

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Am 21. Juni fand das Freundschaftsturnier statt. Hier kämpften viele Naginataka ein weiteres Mal. Der deutsche Teilnehmer der Ersten Naginata Gruppe Land Brandenburg kämpfte in diesem Turnier das erste Mal im Zuge dieser Weltmeisterschaft. Das Turnier bot jedem Naginataka Gelegenheit seine Fertigkeiten unter Beweis zustellen und sich im internationalen Vergleich zu messen.

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So stellte Deutschland vier Kämpfer auf, die sich auch in diesem Turnier nicht so recht durchsetzen konnten. Die Gegner waren zu stark. Der Potsdamer Kämpfer passierte seinen ersten Kampf. Im darauf folgenden musste er sich allerdings, nach einem hitzigen Gefecht, im Verlängerungskampf einem schnelleren Schweden mit 1:0 geschlagen geben.

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Die drei Folgetage (22.-24. Juni) waren dann von Seminareinheiten und Prüfungen geprägt. Über 120 Trainierende füllten die Halle. Darunter auch Kinder. Alle trainierten und lernten gemeinsam. Die Teilnehmer wurden in Graduierungsgruppen eingeteilt. Sämtliche Schülergrade bildeten eine Gruppe. Dies war die größte Gruppe. Die Dan-Grade wurden entsprechend der Dan-Graduierungen eingeteilt.

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Zur Überraschung vieler gab es am zweiten Seminartag ein Taikai.
Dieses „Übungsturnier“ diente den höher Graduierten als Übung für ihre Schiedrichterprüfungen am Folgetag.

So kämpften viele Teilnehmer also ein weiters Mal. Die Schülergrade kämpften im Engi-kyogi; die 1. Dan-Träger kämpften im shiai-kyogi; die 2. und 3. Dan-Träger kämpften in Teamkämpfen. Die Übrigen konnten auf diese Weise Schiedrichter-Etikette und Bewerten üben.

Am dritten Seminartag hieß es für viele sich ein letztes Mal zu konzentrieren. Die Prüfungen mussten absolviert werden. Am Tag zuvor wurden bereits die schriftlichen Prüfungen anberaumt. Wissen um Etikette, Geschichte, Technik und Philosophie musste unter Beweiß gestellt werden.

Die praktischen Prüfungen waren dann eine andere Herausforderung. Korrekte Etikette, Handhabung und Technik mussten gezeigt werden. Ebenso mussten die vielen japanischen Kommandos richtig befolgt werden.

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Für den Potsdamer Teilnehmer, der nicht an den Prüfungen teilnahm (da er noch in der regulären Wartezeit zur nächsten Prüfung stand), gab es um das gesamte Event reichlich viel zu tun und zu erleben. Sightseeing, Restaurantbesuche, Koordinierungsgespräche mit Trainern (die bereits erste Früchte trugen). Ebenso Gespräche mit einem neuen Geschäftspartner für die Potsdamer Naginatagruppe. Natürlich durfte auch Budô nicht zu kurz kommen. So stand ein Besuch in einer entfernten Aikidôschule an, sowie zu Sadô (japanische Teezeremonie). Aus Rücksichtnahme gibt es hiervon natürlich keine Bilder. Der Weg dorthin führte über den großen berühmten Sankt-Lorenz-Strom und diente natürlich einer weiteren Sightseeing-Tour durch Montreal. Immer mit dabei das Maskottchen der Potsdamer Naginatagruppe – das Häschen. Es leistete ganze Arbeit: keine Verletzungen, keine gebrochene Lanze, kein beschädigtes oder verlorenes Equipment oder andere widere Umstände trafen den Potsdamer.

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Die deutschen Naginatakämpfer haben im fernen Montreal zwar nicht so gut abgeschnitten, vielleicht ändert sich dies jedoch in 2019. Dann findet die 7. Naginata Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Viel Zeit bis dahin und neue Chancen sich mit alten Budôfreunden zu messen.

  


Am Ende kann den kanadischen Naginatafreunden für dieses lange geplante, gut umgesetze und durchdachte Event herzlich gratuliert werden. Natürlich auch den vielen Helfern und eben so dem Publik
um sowie allen Naginatakämpfern. Es hat sich wieder gezeigt, dass, wenn alle mit Gemeinschaftssinn am gleichen Ziel arbeiten, solche riesigen Veranstaltungen hervorragend gelingen. Ansporn für uns alle, sich nicht durch Widrigkeiten vom Budôstudium abhalten zu lassen.

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Naginata creates friends
and unites people

See you again in Montreal
Rendez-vous à nouveau à Montréal

 

Vorbereitungen / Preparations


Opening Ceremony / Rhythm Naginata


Nationalmannschaften / National Teams


Starting Tables


Engi-kyogi


Shiai-kyogi


Isshu-shiai


Winner Ceremony / Closing Ceremony


Friendship Tournament


Seminar / Lehrgang


Taikai


Friends and Peoples


Sightseeing in Montreal

 


 

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